Psychologie

Januar 2022

Generation Corona

Der Begriff »Generation Corona« wird in der letzten Zeit zunehmend und bisweilen fast gedanken- und wahllos verwendet. Sobald es um die Frage geht, ob die Corona-bedingten Einschränkungen negative Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben (könnten), taucht das Schreckensbild »Generation Corona« auf.
Fundierte und insbesondere übergreifende Analysen, ob es »wirklich« eine »Generation Corona« geben könnte, und wenn ja, welche Gruppen von Kindern und Jugendlichen dazu gehören würden, gibt es bisher nicht. Der vorliegende Sammelband greift daher dieser Fragestellung auf und bringt 15 Beiträge zusammen, die – insbesondere in der Zusammenschau und aus unterschiedlichen Blickwinkeln – geeignet sind, Licht ins Dunkel zu bringen.
Im Ergebnis ergibt sich einerseits ein relatives deutliches Bild, das in seiner Klarheit zugleich dazu auffordert, über die grundlegenden Probleme des deutschen Bildungssystems nachzudenken und diese anzugehen. Andererseits wird auch aufgezeigt, das es keineswegs so kommen muss. Um eine Generation Corona möglichst zu vermeiden, sind kurzfristige, aber auch längerfristige und prinzipiell veränderte Weichenstellungen in Kita und insbesondere Schule notwendig.

Navigation in rauen Gewässern

Ein systemisches Kinderschutzprogramm Im Kinderschutz begibt man sich oft in sprichwörtlich raue Gewässer Untiefen, Brandung und Stürme sind keine Seltenheit und brauchen eine starke Navigation. Das Kinderschutzprogramm des Autor*innenteams des PPSB-Hamburg hilft, das Steuer in jeder Situation fest in der Hand zu halten. Um gefährdeten Kindern ein sichernder Anker zu sein, muss ein Schutzprogramm von allen Beteiligten gemeinsam entwickelt und gestaltet sein. Der Einsatz von Kinderschutz-Lotsen ist dabei sehr bedeutsam. Dieses Werkstattbuch bietet ein Modell für die systemische Auseinandersetzung mit Kinderschutz und die Entwicklung eines effizienten Schutzprogramms in Organisationen. Es enthält zahlreiche Ansätze und Methoden, um einen Kooperationsprozess im Kinderschutz konstruktiv und zielführend zu gestalten.

Jugend in Afghanistan

Jugendlichen in Afghanistan - mit ihren Problemen und Ängsten, Hoffnungen und Träumen - eine Stimme zu geben, ist Ziel des Afghan Youth Projects. In der jungen Generation werden die Potenziale für gesellschaftlichen Wandel erkennbar: Die Jugendlichen sehen sich als »Zukunftsmacher*innen«, die grassierende Gewalt, soziale Ungleichheit, ethnische und geschlechtliche Diskriminierung und die politische Stagnation überwinden möchten. Mehr als 220 von ihnen haben das Projekt durch ihre Lebensgeschichten, Gesellschaftsdiagnosen und Zukunftsvorstellungen bereichert. Die Autor*innen zeichnen auf Basis dieses reichhaltigen Materials ein aktuelles und differenziertes Bild der Jugend in Afghanistan.

Die Lösung ist immer der beste Fehler

Alle, die Paul Watzlawick persönlich erlebt haben, sind sich einig: Er war nicht nur ein begnadeter und erfolgreicher Autor, sondern auch ein witziger und brillanter Redner. So ist er neben seiner Ratgeberparodie Anleitung zum Unglücklich sein auch für seine Arbeiten, Vorlesungen und Interviews zum radikalen Konstruktivismus und nicht zuletzt für seinen Satz Man kann nicht nicht kommunizieren bekannt. Die menschliche Kommunikation und deren Fallstricke waren Lebensthemen, denen er sich fundiert widmete. Zu seinem 100. Geburtstag in diesem Jahr veröffentlichen wir daher einen erstmals verschriftlichten Vortrag aus dem Jahre 1995, den er beim Europäischen Kongress für Hypnose und Hypnotherapie nach Milton H. Erickson in München gehalten hat. Watzlawick spickte ihn mit lebensnahen Begebenheiten und Fallbeispielen aus seiner therapeutischen Praxis, aber auch mit Aphorismen und witzigen Geschichten im Umgang mit anderen Menschen. Die direkte Aufdeckung scheinbar auswegloser Kommunikationsparadoxien macht Spaß, lässt schmunzeln und manch einer entdeckt sich (oder eine nahestehende Person) nur zu gut darin wieder.

Body Reading

Körperanalyse mit Body Reading Die Signale des eigenen und des fremden Körpers zu lesen, zu verstehen und zu deuten, war früher (über)lebensnotwendig! Als unbewusste Persönlichkeitsanalyse ist die Körperanalyse erhalten geblieben, als bewusste Methode der Körpertherapie kann sie direkt beim Menschen in der therapeutischen und pädagogischen Arbeit eingesetzt werden.Das Fachbuch zum Body Reading stellt ein vollständiges Instrumentarium bereit zur Analyse und Diagnose der auditiven, visuellen und kinästhetischen Signale des Körpers und befähigt damit die Therapeut_innen, die Problematiken ihrer Klient_innen zu entschlüsseln.Der Autor ist einer der führenden Experten für Body Reading. Er beschreibt diese Methode vor dem Hintergrund seiner Qualifikationen als biologischer Anthropologe und seiner praktischen Arbeit als Bewegungs- und Körperpädagoge. So verknüpft er die theoretischen Grundlagen mit seiner praktischen Analyse und unterlegt seine Erkenntnisse anschaulich mit zahlreichen Fotografien.Struktur und Inhalt Körperliche Grundlagen (Wahrnehmung, Nervensystem, Selbstbild)Methoden und Hintergründe des Body Readings (Technik des Spiegelns; Auditives, Visuelles und Kinästhetisches Body Reading)Körperanalyse (Füße, Knie, Beine, Becken, Rumpf, Brust, Schultern, Arme, Hals, Kopf, Gesicht, Kiefer, Gesamtüberblick)Anhänge: Muskeln und ihre Bedeutung im Body Reading, spezielle Methoden.

Die Jugendlichen und ihr Verhältnis zu Ordnungen, Regeln und Grenzen

Jugendliche müssen im Übergang von Kindheit ins Erwachsenenalter ein eigenes Verhältnis zu Regeln, Grenzen und Ordnungen finden. Es reicht nicht mehr aus, diesen zu gehorchen; sie müssen von den Jugendlichen jetzt auch als sinnvoll und passend anerkannt werden. Dazu werden sie aber zunächst in Frage gestellt: Regelverstöße, Grenzüberschreitungen und Unordnungen aller Art gehören mit zum Prozess der Selbstpositionierung dazu. Und damit Konflikte aller Art mit Erwachsenen und Gleichaltrigen. Gleichzeitig erfinden Jugendliche in ihren Szenen und Cliquen eigene Regeln und Rituale und spielen mit Elementen alternativer Ordnungen, oft auch als Vorgriff, um sich etablierten Ordnungen wieder annähern zu können. Die Zusammenhänge von Konflikterfahrungen und Selbstbildung werden in diesem Band anhand von theoretischen Überlegungen, empirischen Studien und Fallgeschichten erörtert.

Die Logik der anderen

Akzeptieren, verstehen, vertrauen: so gelingt unsere Zukunft Wer könnte uns besser Die Logik der Anderen erklären als zwei erfahrene Vermittler zwischen den Welten? Klaus Doppler und Luyanda Mpahlwa wissen aus eigenem Erleben und Handeln, wie fruchtbar das Verständnis von Andersheiten zwischen den Menschen für alle Seiten ist. In ihrem Buch liefern sie die psychologische Erklärung für unsere spontane Skepsis gegenüber fremden Denk- und Lebensweisen. Sie zeigen auch anhand der Geschichte ihrer Freundschaft, wie man Schritt für Schritt den anderen versteht und einen gemeinsamen Nenner findet. Ihr Fazit: Wollen wir als Menschen, Eltern, Arbeitnehmer oder Unternehmer in Zukunft erfolgreich sein, geht dies nur durch die Akzeptanz von Andersheiten und das Verständnis der Logik der Anderen.

Mit Neurosen unterwegs

Neurosen sind allgegenwärtig wir haben sie immer im Reisegepäck

»Das Neurotische« ist nicht da, wo wir es gernhätten: weit weg, irgendwo in einem Therapiebehandlungszimmer oder jedenfalls am ehesten als Teil der Psyche der anderen. Nein, es ist in jedem von uns. Will man kurz und knapp beschreiben, was eine »Neurose« genau ist, fangen die Schwierigkeiten schon an: eine seelische Krankheit oder Teil der »Normalität«? Die Antwort ist: sowohl als auch! Man kann das Neurotische als eine Art Kontinuum verstehen, an dessen einem Ende die psychische Krankheit steht und am anderen Ende die Merkwürdigkeiten des Alltags. Wie schon der Buchtitel »Mit Neurosen unterwegs« zum Ausdruck bringt, begegnet uns in unserem Leben die Konflikthaftigkeit der menschlichen Psyche auf Schritt und Tritt und fordert uns heraus. Ob beim Einkaufen, auf Reisen, in Ämtern, beim Sport, im TV, in der Politik, in den neuen Medien oder sonst wo: Das Menschliche, Allzumenschliche nervt und quält uns bisweilen, dabei könnte es uns auch unterhalten. Diana Pflichthofer bringt den Leserinnen und Lesern die psychoanalytische Perspektive nahe, indem sie aus der wissenschaftlichen Sicht ihres Fachs mögliche unbewusste Motive unseres Handelns und Erlebens betrachtet und dabei auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt.